Geschichte von Altec Lansing

Altec Lansing geht zurück auf Western Electric, das bereits 1869 unter anderem von Elisha Gray gegründet wurde, einem der bedeutendsten Erfinder des 19. Jahrhunderts (Telefon, Faxgerät). 1881 übernahm die Bell Telephone Company von Alexander Graham Bell (ein weiterer bedeutender Erfinder) Western Electric, das fortan für Bell produzierte. 1899 gingen beide Unternehmen in der AT&T auf (die fortan das Monopol auf die Telefonnutzung in den USA hatte: Bell System). Western Electric fungierte darin als Produzent der Hardware.

1928 gründete Western Electric schließlich die Electric Research Products, Inc. (ERPI), die sich einige Zeit später als All Technical Products Company (Altec Service Company) verselbstständigte und 1941 die Lansing Manufacturing Company (das erste Unternehmen von JBL-Gründer James Bullough Lansing) übernahm. Altec Lansing war geboren.

Die Bedingungen

Nicht nur kam um 1920 das Radio in den ersten Haushalten an, auch verursachte genau dieses in der Filmbranche große Panik, dass ein Stummfilm zukünftig nicht mehr unterhaltsam genug sein könnte. Dies führte zur raschen Entwicklung des Tonfilms, der ab Ende der 1920er Jahre nun auch verstärkt werden wollte. Darüber hinaus setzte sich ebenfalls in den 20er Jahren die elektrische Tonabnahme von Schellackplatten durch, die ebenfalls verstärkt werden mussten.

ERPI bzw. Altec war einer der ersten großen Produzenten von Verstärkern, insbesondere solche, die direkt an Wechselstrom betrieben werden konnten. Außerdem entstand ein wachsendes Portfolio an Mischpulten, Limitern und anderer Studio-Elektronik.

Bisher aber nicht in der Lautsprecherproduktion, änderte sich dieser Umstand mit der Übernahme Lansings 1941 schlagartig. James B. Lansing hatte bereits Erfahrung gesammelt, steuerte für das Shearer Project (nach Douglas Shearer, Leiter von MGM’s Sound-Abteilung) unter John Hilliard die Treiber bei. 

Der 15XS (Konus-Tieftontreiber mit Feldspule) spielte in einem gefalteten Horn auf Basis von Entwürfen RCA’s (Harry Olsen). Der 284/285 (Kompressions-Mittel-/Hochton-Treiber mit Feldspule) wurde an ein Multizellenhorn (multicellular horn) angeschlossen, das bei MGM entwickelt wurde. Diese Zusammenarbeit ermöglichte erstmals eine verzerrungsarme Tonwiedergabe von 50 bis 8000 Hz und gewann 1936 auch einen Oscar für technische Verdienste.

Auf diesen Erfahrungen aufbauend entwickelte Lansing den Model 815 Tieftöner und den Model 801 Hochtöner, der wieder an ein Multizellenhorn angeschlossen wurde. Die Kombi verkaufte er als Iconic-Studio-Monitor. Les Paul (der vielleicht wichtigste Recording-Pionier) war ein früher Nutzer. Der 285 Treiber wurde zum 287 weiterentwickelt.

Die ersten wichtigen Entwicklungen

Bei Altec Lansing angestellt, entwickelte James B. Lansing den 801 zum 802 weiter, der nun statt einer Feldspule einen Permanentmagneten (Alnico) besaß. Das Bauprinzip wurde zum Quasi-Standard für kompakte 1″-Kompressionstreiber.

Aus dem Großformattreiber (2″) 287 entwickelte Lansing den 288. Auch er wurde zu einem Standard in der Beschallungstechnik und war fortan mit einem Alnico-Magneten ausgestattet.

Nicht fehlen darf natürlich auch der 515 Tieftöner. Er entstand aus den Erkenntnissen von 15XS und 815 und wurde ebenfalls auf Alnico umgestellt. Und ja, auch er wurde zur Blaupause, für 15 Zöller.